„Heiliger Pütz“
Kreuzau-Drove

Im Wasser des „Heiligen Pütz“ spiegeln sich die Bäume und Sträucher des Uferrandes wider. Die Oberfläche mutet glatt an, nur ein paar Wasserläufer bringen Bewegung. Doch wer genau hinschaut, bemerkt kleine, regelmäßige Wasserkreise. Sie verraten: Hier sprudelt eine Quelle. Seit über 1.000 Jahren.  

Eine Quelle mit starker Anziehungskraft

Ein Spaziergang durch das Naturschutzgebiet Drover Heide ist immer und zu jeder Jahreszeit lohnend. Eine Stelle aber sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen: Diese ist der „Heilige Pütz“, auch „Helje Pötz“ genannt. Von vielen Wanderwegen direkt oder über einen kleinen Abstecher erreichbar, zieht der Platz Eintreffende sofort in seinen Bann. Die Atmosphäre an der umzäunten kleinen Wasserstelle ist friedvoll. Fast unberührt wirkt die zwischen Waldhang und Thumbach gelegene Quelle. Kaum zu glauben, dass dieses stille Kleinod einst römische Baumeister zu einer Aufsehen erregenden technischen Nutzung inspirierte. Heute ist es vielmehr die sinnliche, ursprüngliche Faszination einer Quelle, die zum Bleiben anregt. Vielleicht spüren Sie an diesem Ort ganz intensiv, die Verbindung unseres Lebens mit dem Element des Wassers, seine zentrierende, klärende, aber auch sanfte Kraft. Gönnen Sie sich jedenfalls ein bisschen Zeit am „Helje Pötz“. Ob es für Sie ein Kraftplatz ist, wird Ihnen Ihre energetische Antenne sicher bald signalisieren.

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Ein Glücksfall für die wassersüchtigen Römer

Der rheinische Name „Heiliger Pütz“ kann die Ableitung vom lateinischen Begriff „puteus“ für Brunnen nicht leugnen. Ein Blick zurück ins 2. Jahrhundert n. Chr.: Die Römer zelebrierten in ihren rheinischen Siedlungen einen wahrhaften Wasserkult. Wasser diente der Trinkwasserversorgung und der Hygiene, aber auch dem Vergnügen und religiösen Zeremonien. Da Flusswasser ihnen nicht sauber genug erschien, versuchten die Römer ihren immensen Verbrauch über Brunnen und Quellwasser zu sichern. So wurde auch die Quelle am Thumbach zum Objekt der Begierde. Immerhin entspringen dem Boden hier täglich rund 480.000 Liter. Doch zwischen dem zu versorgenden Siedlungsgebiet Soller und der Quelle lag der Drover Berg. Kein Hindernis für die römischen „Ingenieure“. Sie fassten die Quelle ein, erhöhten den Rand und trieben einen Tunnel durch den Berg. Mit 1.660 Meter Länge und einer maximalen Tiefe von 26 Meter ist er das längste Tunnelbauwerk nördlich der Alpen. Seit 2009 führt ein archäologischer Wanderweg entlang des einzigartigen Bodendenkmals. Am „Heiligen Pütz“ aber muss sich heute keiner zwischen Kraft- oder Geschichtsort entscheiden. Einfach ganzheitlich den Moment genießen.

Tour-Informationen

Tour Rundwanderung
Start Parkplatz an der K28
52373 Kreuzau
Aufstieg 22 m
Abstieg 22 m
Länge der Tour 7,9 km
Dauer 2:00 Stunden
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Vom Truppenübungsplatz zum Naturparadies

Die Drover Heide wird Sie überraschen: In weiten Teilen ist das rund 600 Hektar große Naturschutzgebiet recht eben, durchzogen von einfach zu gehenden, teilweise barrierefreien Wegen. Diese führen abwechslungsreich durch Wald, Wiesen und Heidelandschaft. Gerade die sonnigen, warmen und insektenreichen Gebiete locken Vögel in großer Zahl und Vielfalt. Über 130 Arten, darunter der seltene Ziegenmelker, die Heidelerche und der Neuntöter sind hier beheimatet. Aber nicht nur in der Luft können Sie spannende Beobachtungen machen, auch zu Ihren Füßen tobt naturkundlich das Leben. Unzählige Kleingewässer, Tümpel oder auch ehemalige wassergefüllte Panzerspuren beherbergen eine reiche Amphibienfauna. Seltene Kammmolche und Urzeitkrebse sind nur einige ihrer Bewohner. In solch einem Naturrefugium bleibt der Trubel des Alltags weit zurück und die Sinne schärfen sich. Beglückende Wahrnehmungen und Erfahrungen sind dann in der Drover Heide auf Schritt und Tritt zu machen.